Ein Grund zum Feiern!

150 Jahre deutscher Nationalstaat


Um den Verteufelungen des heute vor 150 Jahren proklamierten Zweiten Deutschen Kaiserreichs durch ideologisch gesinnte und historisch unbedarfte Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Außenminister Heiko Maas sachlich und differenziert zu antworten, finden Sie anbei einige Fakten.


Bis heute ist die Bundesrepublik Deutschland Teil der „staats- und völkerrechtlichen Kontinuität“ des Reiches. Etwas, was einige nicht gerne hören und wissen möchten.


Dabei wurde am 18. Januar 1871 ein moderner deutscher Nationalstaat geschaffen. Ein Nationalstaat, der nicht nur „von oben“ durch Bismarck und die deutschen Fürsten, sondern besonders „von unten“ erfolgte. Nämlich erst die Einheits- und Freiheitsbewegungen von 1815 (Wartburgfest), 1832 (Hambacher Fest) und 1848 (Paulskirche) ließen diesen mit den Werten von Einigkeit, Recht und Freiheit Realität werden.


Was viele nicht mehr wissen ist, dass das Deutsche Reich einst die Werkhalle und die Apotheke der Welt war.


Bereits 1913 war Deutschland der größte Eisen- und Stahlproduzent Europas, in der Kohleproduktion stand es an zweiter Stelle. In der Elektro-, Chemie- und Optischen-Industrie besaß Deutschland praktisch eine Welt-Monopolstellung. Arbeitslosigkeit war beinahe unbekannt. Und heute? Allein in der Elektroindustrie liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter China, USA, Japan und Südkorea. Auch bei den Chemie- und Pharmaproduzenten haben uns China, USA und Japan deutlich abgehängt. In der Autoindustrie wird es durch das Regierungsversagen bald auch soweit sein; die steigenden Arbeitslosenzahlen weisen den Weg.


Das Deutsche Reich hatte ein hervorragend ausgebautes und ausgelastetes Eisenbahnnetz von 63.000 km, in der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit normal waren. Heute verfügen wir nur noch über 33.000 km und ein marodes Bahnnetz. Der Postbote kam dreimal am Tage, sonntags einmal. Man konnte die Uhr nach ihm stellen. Heute kommt er einmal. Und die Binnenwasserstraßen wurden unter Wilhelm II. beinahe zur doppelten Länge, von 3400 auf 6600 km, ausgebaut. 150 Jahre später sind es nur knapp 900 km mehr.


Das deutsche Kaiserreich wurde weltweit in sozialpolitischer Hinsicht führend und zum Vorbild. Denn noch heute fußt die Sozialversicherung auf den Bismarckschen Sozialgesetzen (Kranken-, Unfall-, Alters- und Invaliditäts- und eine Rentenversicherung). Zudem wurden Gewerbegerichte als Schlichtungsstellen bei Arbeitskonflikten und Arbeitsschutzgesetze eingeführt. Zudem wurde die Arbeitszeit von Jugendlichen und Frauen begrenzt, was damals weltweit einmalig war. Ebenso wurden staatliche Zuschüsse zum Bau von Arbeiterwohnungen gewährt.


Anders als heute gab es Finanzreformen. So stieg der Steuersatz von 0,6 % für Einkommen von 900 bis 1.050 Mark progressiv bis zum Höchststeuersatz von 4 % bei mehr als 100.000 Mark im Jahr. Einkommen unter 900 Mark im Jahr waren steuerfrei. Ein verheirateter Arbeitnehmer mit zwei Kindern zahlte aber praktisch keine Steuern. Und heute? Da müssen Arbeitnehmer über 50 Prozent ihres Verdienstes für Steuern und Abgaben aufbringen.

Von 1895 bis 1913 stiegen die Löhne nominal etwa um 63 % an, jährlich im Durchschnitt 3,5 %. Nicht ohne Grund sprach die Bevölkerung – sicherlich verklärend – von den „goldenen Jahren der Kaiserzeit“.


Zumal das Deutsche Reich ein föderaler Verfassungsstaat war. Ein Verfassungsstaat mit Gewaltenteilung und föderalistischer Struktur, in dessen Bundesstaaten die Bürgerrechte verfassungsrechtlich verbrieft waren. Der Reichstag wurde durch freie, geheime und gleiche Wahlen gewählt. Wie in allen europäischen Staaten anfänglich nur für Männer.


Zudem war das Reich ein Rechtsstaat mit unabhängiger Justiz. In allen Bundesstaaten herrschte Presse- und Meinungsfreiheit. Dies zeigte sich auch daran, dass kritische und satirische Zeitungen wie der „Simplicissimus“ oder der sozialdemokratische „Wahren Jacob“ erscheinen konnten. Was die heutige Meinungsfreiheit anbelangt, braucht man sich nur das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ansehen bzw. die Löschaktionen durch Facebook, Twitter und Youtube. Zeitweise gilt Deutschland sogar, noch vor Nordkorea und China, als Zensurweltmeister.


Dass das Reich auch wissenschaftlich und künstlerisch einen weltweiten Spitzenplatz einnahm, zeigt sich daran, dass von 1901 bis 1918 ein Drittel aller Nobelpreise nach Deutschland gingen. Heute dagegen kommt es nur noch selten vor, dass ein Deutscher diesen Preis erhält.


Der Grund für die vielen Auszeichnungen lag am Bildungs- und Ausbildungswesen, insbesondere an den erfolgreichen deutschen Universitäten und Technischen Hochschulen. Dieses Bildungswesen galt als vorbildlich und beeinflusste Großbritannien, die USA und vorderasiatische Staaten. Wird das heutige Bildungswesen der Bundesrepublik noch adaptiert? Eher nicht. Denn keine deutsche Hochschule findet sich unter den ersten 50 weltweit.


Alles in allem zeigt die Auflistung – die noch lange nicht erschöpft ist – dass der 18. Januar 1871 den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands legte. Es ist daher wichtig, diesen Tag in unserer Geschichts- und Erinnerungspolitik fest zu verankern. Lassen Sie uns für unsere Nation, unsere Identität und unsere Demokratie kämpfen. Nur wenn wir dies tun, kann Deutschland künftig wieder erfolgreich sein. Das sind wir unseren Nachkommen schuldig!