DEHOGA und Co. grenzen Bürgerliche und Konservative aus


Das Hotel- und Gaststättengewerbe hat in Hessen bundesweit den größten Rückgang an Übernachtungen zu beklagen: Landesweit gab es im vergangenen Jahr 46,7 Prozent weniger Übernachtungen. Spitzenreiter ist der Main-Taunus-Kreis mit 57,2 Prozent. Die Umsatzausfälle im Tourismus beziffern sich auf deutschlandweit 68,7 Milliarden Euro. Um hier gegenzusteuern, sollen nun die Wertschöpfungsstärksten mit Werbemaßnahmen angesprochen werden, und das seien „Liberalintellektuelle“ und „Sozialökologische“, gaben bei der Veranstaltung „Tourismusdialog Stadt | Land“ die Veranstalter DEHOGA Hessen, IHK Wiesbaden und andere zu verstehen.


Dazu Arno Enners, tourismuspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion: „Mit den Veranstaltern DEHOGA Hessen e.V., IHK Wiesbaden, Rheingauer Weinwerbung GmbH, Rheingau-Taunus-Kreis, Rheingau-Taunus Kultur und Tourismus GmbH, Wiesbaden Congress & Marketing GmbH und Zweckverband Rheingau haben sich sehr einflussreiche hessische Verbände dafür entschieden, bei Werbemaßnahmen soziale Selektion zu betreiben. Stattdessen hätten die Verbände größeren Druck auf die Landesregierung machen müssen. Wir brauchen keine Bevorzugung bestimmter sozialer Gruppen, sondern ein sofortiges Ende des Lockdowns und die Öffnung der Hotels und Gaststätten.“


Frank Grobe, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, ergänzt: „Mit der Konzentration auf sogenannte Liberalintellektuelle und Sozialökologische konzentrieren sich DEHOGA Hessen und andere auf gerade einmal 14 Prozent der Bevölkerung und grenzen alle anderen aus. Insbesondere die Milieus der Konservativen, Bürgerlichen und Traditionalisten, die 34 Prozent der Bevölkerung laut einer Sinus-Studie ausmachen, werden hier benachteiligt. Wir begrüßen es, dass Konzepte für die Zukunft entwickelt werden, doch wenn gerade diejenigen ausgegrenzt werden, die besonders affin sind für kulturhistorischen Tourismus, kann das Konzept nicht aufgehen.“